14 09 09 um 12:29
Einfach wegschauen

um 05:17
Die weißen Pfötchen schwarz

In den vergangenen paar Tagen habe ich zu viel Zeit unnötig auf dem Balkon verbracht. Es ist nämlich seit einigen Tagen ungeheuer kalt in Berlin. Wenn man auf dem Balkon ausatmet, sieht man vor lauter Dampf seine eigene Balkonpflanzen nicht mehr. Um die Pflanzen geht es nämlich, ich habe sie genau vor einer Woche in den Balkonkasten gepflanzt und war richtig stolz darauf, meinen Balkon sehr omimäßig rechtzeitig winterhart eingerichtet zu haben. Kunstgras gestaubsaugt, allet picobello. Aber jetzt kommt's. Es ist die Katze. Sie denkt, da liegen unter meinen neuen Pflänzchen große Stücke Fisch und Catsticks vom Aldi begraben. Das freche schwarze Mauz-Monster hat wieder etwas Neues entdeckt.

Seit kurzem wird also auf dem Balkon richtig ausgepowert, so richtig, dass sie fast ins Schwitzen kommt. Dabei ist das aber gar nicht so angenehm, denn man wird richtig schmutzig dabei. Guckt die Katzenmami mal zwei Minuten nicht zu, dann liegt der Inhalt des Balkonkasten auf dem schönen grünen Kunstgras und stehen die Pflanzen peinlich entbloßt mit kalten Füßen im Kasten. Während denn der Balkon so aussieht, als hätte ich gerade meine eigene Katze begraben wollen, kommt sie mit gehobenem Kopf reingetapst, die weißen Pfötchen schwarz, eine Spur von schwarzen Krümmeln hinter sich lassend. Mauau. Mauz. Heut' nichts gefunden.

13 09 09 um 10:31
Ihr Schreiben von 13.9.

Frau könnte sich fragen, ob die finanzielle Krise wirklich existiert, oder nur vor einigen Monaten von den Medien - wer das denn auch sein mögen - erfunden wurde. Tatsache ist aber, dass nicht nur ganz viele Leute ihren Job verloren haben, aber auch, dass es weniger neue Anstellungen gibt. Und dass dies wirklich einer der schlechtesten Momenten ist, sein Studium zu beenden. Da kommt jetzt schon wieder so eine belehrende Tatsache. Das Studium wurde gerade beendet und ich wollte meine Studienzeit nicht unnötig dehnen, um die Krise zu überbrücken. Also bekomme ich demnächst das sehr ersehnte Stückchen Papier, wo drauf steht, dass ich jetzt eine Masterin in der Wissenschaft bin. Yuhu! Hurrah!

Mein Computer fehlt in kürze den Speicherplatz, um alle laufende Bewerbungen und Absagungen speichern zu können, aber ich bleibe glücklich naiv und sehe der Zukunft mit großen blauen Kulleraugen entgegen, gespannt auf das, was jetzt kommt. Habe schon viel gelernt. Das Bewerbungsbriefe in Deutschland im Vergleich zu den Briefen in den Niederlanden wirklich fast Romane sind und das der Leser genauso wie der Verfasser dieses Dokuments fast Profis sein müssen, um die aufgeblehte Sprache so eines Briefes zu verstehen. Die Hollis benutzten da die angelsachsische Methode von kurzen Briefchen, fast stichpunktmäßig, ohne Bild. Denn wehe der potenzielle Arbeitgeber würde sich von seinen Vorurteilen oder sogar persönliche äußerliche Preferenzen führen lassen, und die hübsche polnische Blondine für ein Gespräch einladen... Ich war also beim Fotografen, und machte mich mit dem Schreibstil vertraut. Wieder ein Schritt in Richtung Deutschland. Aber mitwählen am 27.9. darf ich immer noch nicht. Wäre schön, wenn frau das mit einer (bezahlten) Anstellung kompensieren könnte.

01 09 09 um 20:46
Telefondombos

Da unsere Nachbarn neu eingezogen sind, haben wir schon eine Weile keinen Telefon- und Internetanschluss mehr. Ich weiß, es braucht eine Weile, bis das in ein funktionierendes Gehirn ankommt, ich habe dafür auch einen Moment gebraucht. Ein Telefonmonteurdombo hat nämlich einige Kabel aus unserem Anschluss in den unserer Nachbarn gesteckt. Ach so. Und jetzt kann man meinen Nachbarn unter meiner Rufnummer erreichen, während ich internet- und telefontechnisch von der Außenwelt abgeschlossen bin. Jetzt muss ein bestimmter Techniker von außerhalb Berlins antelefoniert werden, natürlich nicht von mir, der als einzige in Berlin und Umland sich mit der Telefonkabelkombinationen in meiner Hausanlage auskennt. Der wird Ordnung im Chaos schaffen, der wird die gelben Kabel in die gelben Steckdosen und die roten Kabel in die roten Steckdosen pfropfen, damit ich wieder in der digitalen Welt unterwegs sein kann, und meine Mutter nicht mehr denkt, dass ich einen neuen Geliebten habe, wenn sie den Nachbarn ans Telefon bekommt. Pfui.